Unser Geschäft

13.04.2017

Quo vadis, OMV?

Die Zukunft der Energieversorgung (Teil 2)

Das Klimaabkommen von Paris hat einmal mehr dafür gesorgt, dass Klimaschutz und CO2-Ausstoß weltweit thematisiert werden. Maßnahmen, die CO2-Emissionen zu reduzieren, beeinflussen aber nicht erst seit Paris unser Geschäft.

Wie wird sich der Klimaschutz auf unsere Branche auswirken? Und was müssen Öl- und Gasunternehmen tun, um auch 2030 noch erfolgreich im Geschäft zu sein? Über diese Fragestellungen wird in der gesamten Branche viel diskutiert. Wir nehmen dies zum Anlass, uns in einer Serie von Blogartikeln mit dem Thema „Die Zukunft der Energieversorgung“ auseinanderzusetzen. In Teil 1 ging es um „Das Klimaabkommen von Paris aus Sicht der IEA“.

In diesem 2. Teil erklärt Christian Konrad wie das Rückbesinnen auf unsere Kernkompetenz ein großer Schritt in die Zukunft bedeuten kann.

Was wir wirklich gut können ist Kohlenwasserstoffe produzieren, verarbeiten und verteilen. Und genau diese Kernkompetenz kann die OMV am Markt anbieten. Wir werden auch in 50 Jahren noch auf Kohlenwasserstoffe angewiesen sein, und zwar egal, ob sie aus fossilen oder nicht-fossilen Quellen stammen.

Christian Konrad

Petrochemical Pricing, Feedstock & Business Development Manager, OMV Refining & Marketing

Christian Konrad:
Wissen ist Markt

„Öl- und Gasfirmen sind mit schrumpfenden Märkten konfrontiert“, sagt Christian Konrad. Aber auch in einer Welt, in der die Temperatur nur um zwei Grad ansteigen soll, haben seiner Meinung nach Fossile weiter ihre Berechtigung. Denn man wird den globalen Energiebedarf nicht sofort auf Erneuerbare Energien umstellen können – sondern schrittweise. Laut Internationaler Energie Agentur wird sich bis 2040 der Anteil von fossilen Brennstoffen am globalen Energiemix von derzeit 80 Prozent auf rund 60 Prozent reduzieren. Zurückgehende Marktanteile sind zwar bitter, aber ein zusammenbrechender Markt sieht anders aus.

Seiner Meinung nach werden sich die Märkte verschieben, regionale Märkte werden unterschiedlich wachsen und weil die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Energiebedarf, wird die – wie er sie nennt – „vergleichsweise bequeme Energie“ aus Erdöl und Erdgas weiter eine Zukunft haben.

Im Upstream-Bereich wird sich das Klimaabkommen von Paris laut Christian Konrad weniger auswirken. „Denn selbst wenn Europa und die USA weniger Öl verbrauchen, global gesehen wird der Bedarf bleiben. Die Weltwirtschaft basiert auf fossilen Energieträgern und vor allem die Länder, die wirtschaftlichen Aufholbedarf haben, werden weiter Öl verbrauchen.“ erklärt er. Anders sieht es im Bereich Downstream aus. Wenn es um Raffinerien und Mobilität geht, wird die Nachfrage signifikant zurückgehen, zumindest in Europa. Das liegt unter anderem daran, dass der Bereich sehr stark von Regulierungen der EU abhängig ist – das betrifft etwa Emissionen, Energieeffizienz und den Anteil an Erneuerbaren am Energiemix.

Wenn man in schrumpfenden Märkten vertreten sein will, muss man sich fragen: Was können wir gut? Was ist unsere Kernkompetenz? Die Antwort liegt für die OMV auf der Hand: „Was wir wirklich gut können ist Kohlenwasserstoffe produzieren, verarbeiten und verteilen.“

Was das konkret bedeutet? Sich auf Produkte konzentrieren, die auch in absehbarer Zeit noch aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden – wie etwa in der Petrochemie. In den letzten Jahren hat sich der Fokus im Raffineriegeschäft zur Herstellung von werthaltigen Produkten, wie „intelligenten Kunstoffen“ hin entwickelt. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Ethylen oder Propylen sind Grundrohstoffe in der chemischen Industrie und der Kunststoffherstellung und damit Ausgangstoff vieler Produkte unseres täglichen Lebens, wie Wasserflaschen, Computergehäuse, Leichtkunststoffe in Autos und Flugzeugen, Infusionsbeutel oder Unterwasserkabel.

Aber das Konzept „(Kohlen-)Wasserstoffe“ muss in keiner Weise auf fossile (Kohlen-)Wasserstoffe beschränkt bleiben, erklärt Christian Konrad weiter: „Heute wird Wasserstoff meist noch aus Erdgas hergestellt, in Zukunft soll er direkt aus Erneuerbarer Energie gewonnen werden.“

Dazu betreibt die OMV in einem Pilotprojekt eine wind2hydrogen Anlage in Auersthal (Österreich). In dieser Anlage wird elektrische Energie aus Wind gewonnen, die dann in weiterer Folge in Wasserstoff umgewandelt und als solcher im bestehenden Gasnetz gespeichert oder transportiert werden. Zum Beispiel zu einer der OMV Wasserstoff-Tankstellen, um für Mobilität genutzt zu werden. Zukunftsmusik passiert auch an der Cambridge University, wo die OMV ein Team rund den Österreicher Erwin Reisner unterstützt. Dieses forscht an einer Methode welche Sonnenergie zur Wasserstofferzeugung nutzt.

Wasserstoff ist ein Element das wir schon lange kennen, allein in der OMV Raffinerie Schwechat werden jährlich ca. 50.000 Tonnen produziert. „Genau auf diese Kernkompetenz können wir setzen und diese am Markt anbieten. Unsere Wirtschaft und unser Leben werden auch in 50 Jahren noch auf (Kohlen-)Wasserstoffe angewiesen sein, und zwar egal, ob sie aus fossilen oder nicht-fossilen Quellen stammen.“ meint Christian Konrad.

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